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BGH: Regelstreitwert im Markenrecht 50.000 Euro PDF Drucken
Geschrieben von RA Björn Gottschalkson   
Saturday, 13 May 2006

Der Bundesgerichtshof hat in einem Beschluss festgestellt, dass in Markenrechtsstreitsachen das wirtschaftliche Interesse mit 50.000 Euro zu bewerten ist. Deutlich wird hierbei erneut, dass bei markenrechtlichen Streitigkeit sorgfältig das weitere Vorgehen abzustimmen ist. Die Kosten für Rechtsanwalt und Gericht werden anhand dieses Wertes bestimmt.

 

 

Der I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 16. März 2006 durch die Richter Dr. v. Ungern-Sternberg, Prof. Dr. Bornkamm, Pokrant, Dr. Büscher und Dr. Schaffertbeschlossen:

Die Gegenvorstellung des Markeninhabers gegen die Festsetzung des Gegenstandswerts im Beschluss vom 17. November 2005 wird zurückgewiesen.


Gründe:


Mit seiner Gegenvorstellung wendet sich der Markeninhaber gegen die Festsetzung des Gegenstandswerts für das Rechtsbeschwerdeverfahren auf 50.000 € und beantragt, den Gegenstandswert auf 10.000 € festzusetzen.1Die Gegenvorstellung hat keinen Erfolg. Die Festsetzung des Gegen-standswerts auf 50.000 € entspricht billigem Ermessen (§ 51 Abs. 1 GKG, § 32 Abs. 1 RVG). Maßgeblich für die Festsetzung des Gegenstandswerts ist das wirtschaftliche Interesse des Markeninhabers an der Aufrechterhaltung seiner Marke. Dieses Interesse bemisst der Senat im Regelfall mit 50.000 €. Besondere Umstände, die im vorliegenden Fall eine niedrigere oder höhere Wertfestsetzung rechtfertigen, sind nicht ersichtlich. Auf das Interesse des Inhabers der Widerspruchsmarke an der Löschung des prioritätsjüngeren Zeichens oder der gewerblichen Bedeutung der Widerspruchsmarke kommt es nicht an. Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde ist es deshalb auch ohne Bedeutung, dass die Widersprechende über eine Vielzahl von Marken verfügt. Soweit die Rechtsbeschwerde sich zur Begründung eines Gegenstands-werts von 10.000 € auf eine entsprechende Entscheidungspraxis des Bundes-patentgerichts im Widerspruchsbeschwerdeverfahren beruft (hierzu: BPatG GRUR 1999, 64, 65 - Gegenstandswert für Widerspruchsverfahren), wird diese Wertfestsetzung für den Normalfall dem wirtschaftlichen Interesse des Inhabers der jüngeren Marke am Bestand des Schutzrechts nicht gerecht (kritisch zur Wertfestsetzung auf 10.000 € für das Widerspruchsbeschwerdeverfahren auch: Ingerl/Rohnke, Markengesetz, 2. Aufl., § 71 Rdn. 27).

 
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